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Pflegekräfte in Not - Demo am 22.09.2018 in Jena

Pflegekräfte in Not - Demo am 22.09.2018 in Jena

Pflegekräfte in Not S. K. Demo am 22.09.18

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft rief am 22. September 2018, ab 13:00 Uhr unter dem Motto „Pflegekräfte in Not“ zu einer Demonstration in Jena auf dem Johannisplatz auf.

„Wir wollten mit der Demonstration das Anliegen der Beschäftigten in der Pflege auf die Straße bringen. Dabei standen die Arbeitsbedingungen und die Situation für Patientinnen und Patienten sowie Bewohnerinnen und Bewohner und auch für Angehörige von zu Pflegenden im Mittelpunkt“, erklärte Philipp Motzke, Gewerkschaftssekretär von ver.di Thüringen für den Bereich Gesundheit und Soziales.

„Wir mögen unseren Beruf“, sagen Beschäftigte in der Pflege. Trotzdem geben viele nach ein paar Jahren den Beruf auf oder reduzieren ihre Arbeitszeit. Das hat etwas mit der hohen Belastung zu tun. Pausen können selten genommen werden und kurzfristiges Einspringen ist die Regel. Viele sind emotional erschöpft, nicht wenige macht das alles krank. Auch noch so viel persönlicher Einsatz kann den strukturellen Personalmangel nicht ausgleichen.

„Wir nehmen nicht länger hin, dass ausgerechnet in der Pflege täglich gegen den Gesundheits- und Arbeitsschutz verstoßen wird. Ökonomisierung und Wettbewerb zu Lasten der Beschäftigten und damit zu Lasten der Versorgung müssen ein Ende haben. Das ganze System funktioniert nur noch, weil die Beschäftigten oft an und über ihre Grenzen gehen müssen“, sagte der Gewerkschafter weiter.

Eine gute Versorgung und Pflege hängen unmittelbar mit den Arbeitsbedingungen der Pflegenden zusammen. Dazu gehört vor allem eine ausreichende und verbindliche Personalausstattung. Mehr von uns ist besser für alle.

„Die Demonstration richtete sich an alle Pflegenden sowie Bürgerinnen und Bürger, denn Pflege geht uns alle an.“

Die Demo begann um 13:00 Uhr auf dem Johannisplatz und führte von dort zum Holzmarkt. Dort kam es zum Zusammenschluss mit Verbänden und Vereinen und anschließender Kundgebung. Heike Werner (Gesundheitsministerin) und Thomas Nitzsche (OBM) ergriffen ebenso das Wort wie Vertreter von ver.di und natürlich Mitarbeiterinnen aus dem Pflegebereich.

 Beigefügt eine Bildergalerie vom Veranstaltungstag.

Damit Arbeit in der Pflege wieder Freude macht

„Wir mögen unseren Beruf", sagen Beschäftigte in der Pflege. Trotzdem geben viele nach ein paar Jahren den Beruf auf oder reduzieren ihre Arbeitszeit. Das hat etwas mit der hohen Belastung zu tun. Pausen können selten genommen werden und kurzfristiges Einspringen ist die Regel. Viele sind emotional erschöpft, nicht wenige macht das alles krank. Auch noch so viel persönlicher Einsatz kann den strukturellen Personalmangel nicht ausgleichen.

Weil sich was ändern muss

Wir nehmen nicht länger hin, dass ausgerechnet in der Pflege täglich gegen den Gesundheits- und Arbeitsschutz verstoßen wird. Das ganze System funktioniert nur noch, weil die Beschäftigten ausgepresst werden. Für uns gehört es zusammen: Sich für eine gute Patienten- und Bewohnerversorgung einzusetzen und auch die eigene Situation zu verbessern. Mehr von uns ist besser für alle!

Mehr Personal per Gesetz

Die Gesundheitsminister/innen tragen die politische Verantwortung, dass Patienten und Bewohner sicher und gut versorgt werden. Deshalb fordern wir gesetzliche Vorgaben für die Personalausstattung in allen Pflegebereichen. Sie muss sich am Bedarf der Patienten orientieren. Als Sofortprogramm fordern wir, dass niemand mehr in der Nacht alleine arbeiten muss und dass es genug Zeit für Ausbildung gibt. Dafür sind kurzfristig 20.000 zusätzliche Stellen nötig.

Steuergelder für Krankenhäuser

Die Steuereinnahmen sind so gut. Die Rufe nach Steuersenkungen werden lauter. Die Krankenhausbeschäftigten hingegen fordern, dass die Länder endlich ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachkommen und die Investitionskosten übernehmen. Schließlich werden seit vielen Jahren Gelder der Krankenkassen, die eigentlich fürs Personal vorgesehen sind, für Neubauten und Großgeräte zweckentfremdet. Wir nehmen nicht mehr hin, dass der Staat auf Kosten unserer Gesundheit spart.

Entlastung setzen wir selber durch

Wir lassen die Arbeitgeber nicht aus ihrer gesetzlichen Verantwortung, die Arbeit so zu organisieren, dass niemand krank wird. Wir setzen Grenzen und fordern vom Arbeitgeber Notfallpläne, wenn die Arbeit mal wieder nicht zu schaffen ist. In ausgewählten Kliniken fordern wir die Arbeitgeber zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag Entlastung auf.

Sei Teil der Bewegung für mehr Personal und Entlastung im Krankenhaus. Wir lassen uns nicht länger vertrösten und wir bitten auch nicht länger um Anerkennung und Wertschätzung. Jetzt verschaffen wir uns Respekt!